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Mobilautorisierung
Die moderne Bankwelt funktioniert nicht mehr ohne Smartphones. Früher musste man für eine Überweisung noch Codes aus einer SMS abtippen. Heute setzen die meisten Banken auf die Mobilautorisierung. Für viele Kundinnen und Kunden ist das bequem, für manche, die damit zum ersten Mal konfrontiert werden, aber auch ein wenig rätselhaft. Was genau steckt dahinter? Wie funktioniert es? Und warum verabschieden sich Banken von den alten Methoden?
Was ist Mobilautorisierung?
Mobilautorisierung bedeutet, dass Bankgeschäfte direkt über die App auf dem Smartphone bestätigt werden. In der Praxis sieht das so aus: Du meldest Dich im Online-Banking an, gibst eine Überweisung ein oder fügst einen neuen Empfänger hinzu, und auf Deinem Handy erscheint eine Push-Nachricht. Du öffnest die App, tippst auf "Bestätigen" – und der Vorgang ist abgeschlossen.
Worin liegt der Unterschied zur klassischen SMS? Erstens musst Du keine Codes mehr eingeben. Damit entfällt die Gefahr, sich zu vertippen oder eine Zahl zu vergessen. Zweitens kann die Bank sicherstellen, dass wirklich Du die Transaktion freigibst. Warum? Die App ist mit Deinem Gerät verknüpft, und der Zugang ist zusätzlich durch PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung geschützt. Natürlich gibt es im Extremfall Szenarien wie Zwang oder einen aufgeschriebenen PIN, aber das sind Ausnahmen.
Ist die Mobilautorisierung sicher? Ja – sogar sicherer als SMS. Denn bei Textnachrichten besteht immer das Risiko, dass ein Code abgefangen wird. Angreifer könnten sich eine Kopie der SIM-Karte besorgen und so Zugriff auf das Konto erhalten. Bei der App ist das erheblich schwieriger, da sie über eigene Schutzmechanismen verfügt.
Es fällt außerdem auf, dass Banken ihre Kundschaft zunehmend auf diese Methode umstellen. Der Grund? Sie ist einfacher, schneller und für die Institute günstiger als Millionen von SMS pro Tag. Und sie erfüllt zugleich die Anforderungen der EU-Richtlinien zur Sicherheit im Online-Banking.
Vor- und Nachteile der Autorisierung per App
Die Mobilautorisierung bietet viele Vorteile – hat aber, wie alles, auch ihre Schwächen. Es lohnt sich, beide Seiten zu kennen, bevor man sich vollständig daran gewöhnt.
Vorteile – warum Banken sie fördern
Schnelligkeit – keine SMS suchen, keine Nachricht öffnen, keinen Code eintippen. Push-Nachricht bestätigen und fertig. Besonders praktisch, wenn mehrere Überweisungen nacheinander anstehen.
Sicherheit – die App nutzt zusätzliche Schutzmechanismen. Selbst wenn jemand Zugriff auf Dein Gerät hätte, braucht er immer noch Deinen PIN oder Fingerabdruck.
Komfort – Bestätigung von Transaktionen direkt in derselben App, in der man auch Kontostand, Karten und Umsätze sieht. Keine zusätzlichen Geräte erforderlich.
Keine Probleme mit dem Empfang – SMS können verspätet eintreffen oder ganz ausbleiben. Mit Internetverbindung – auch über WLAN – funktioniert die Autorisierung zuverlässig, selbst unterwegs.
Kostenersparnis für Banken – für Dich vielleicht nebensächlich, doch Institute sparen Millionen, weil keine SMS mehr verschickt werden müssen. Indirekt wirkt sich das positiv auf Gebührenmodelle aus.
Nachteile – worauf man achten sollte
Abhängigkeit vom Smartphone – geht es verloren, ist der Akku leer oder das Gerät defekt, wird die Freigabe schwierig. Dann hilft nur der Kontakt zur Bank.
Internet ist Voraussetzung – ohne Verbindung kann keine Push-Nachricht zugestellt werden.
Ältere Geräte – nicht jedes Modell unterstützt moderne Banking-Apps. Bei älteren Smartphones kann es zu Problemen mit Updates oder Installationen kommen.
Gewohnheiten – viele Kundinnen und Kunden nutzten jahrelang SMS-Codes und empfinden sie noch immer als einfacher. Die Umstellung sorgt anfangs manchmal für Frust.
Lohnt es sich also? Für die meisten ja. Es ist der logische Schritt hin zu sichererem Banking. Aber: Die Nachteile sollte man im Blick behalten – besonders, wenn man oft mehrere Geräte nutzt oder nicht immer Internetzugang hat.

Alternativen zur Mobilautorisierung
Auch wenn Banken stark auf App-Lösungen setzen, gibt es noch andere Methoden, um Transaktionen zu bestätigen. Manche sind noch verfügbar, andere fast verschwunden – doch es lohnt sich, sie zu kennen.
SMS mit Code
Über viele Jahre der Standard im Online-Banking: Nach Eingabe einer Überweisung kommt eine SMS mit einem mehrstelligen Code, den man eintippt. Einfach, aber unsicherer als die App. Warum? SIM-Karten können durch sogenannte „SIM-Swap“-Angriffe übernommen werden. Dazu kommen technische Probleme: Im Ausland kommen SMS manchmal verspätet oder gar nicht an.
Hardware-Token
Vor rund 10–15 Jahren gaben viele Banken kleine Geräte aus – ähnlich wie Schlüsselanhänger oder Mini-Taschenrechner. Ein Knopfdruck, und ein Einmalcode erschien. Sicher, aber unpraktisch: ein zusätzliches Gerät in der Tasche. Heute fast verschwunden, in Einzelfällen aber noch im Einsatz.
Einmal-Passwörter auf Papier
In den frühen 2000er Jahren erhielten Bankkundinnen und -kunden Listen mit Einmal-Passwörtern auf Papier. Jede Transaktion erforderte das nächste Passwort. Klingt altmodisch – war damals aber eine Innovation. Heute undenkbar: zu leicht kopierbar oder verlierbar.
Telefonische Autorisierung
In Ausnahmefällen, vor allem bei kleineren Instituten, wird auch heute noch telefonisch bestätigt. Ein Mitarbeiter ruft an, stellt Fragen und gibt die Überweisung frei. Das ist jedoch nur eine Notlösung und kein Standardverfahren.
Biometrisches Banking
Das moderne Konzept: Bestätigung per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Stimme. In der Praxis oft Teil der App-Autorisierung, doch manche Banken führen es als eigene Kategorie.
Man sieht: Alternativen gibt es, doch die Mobilautorisierung verdrängt sie Schritt für Schritt. Für die Zukunft gilt: Sie ist der Standard – die übrigen Methoden sind eher ein Notfallplan, wenn Smartphone oder App einmal ausfallen.
Mobilautorisierung ist gesperrt – wie entsperren?
Es kann passieren: Du willst eine Überweisung freigeben und plötzlich erscheint die Meldung „Mobilautorisierung nicht verfügbar“ oder „Dein Gerät wurde gesperrt“. Gründe dafür gibt es mehrere. Doch die wichtigste Frage lautet: Wie kommst Du schnell wieder an Dein Konto?
Häufige Ursachen für eine Sperre
- App deinstalliert – wenn die Banking-App entfernt und neu installiert wurde, behandelt das System Dein Smartphone wie ein neues Gerät. Dann muss die Registrierung komplett neu durchgeführt werden.
- Auffällige Anmeldung – meldest Du Dich von einem anderen Land oder einem unbekannten Rechner an, kann die Bank vorsorglich die Autorisierung blockieren.
- Technischer Fehler – manchmal liegt nur eine Störung der App oder ein Problem mit dem Betriebssystem vor.
- App-Update – die Bank veröffentlicht eine neue Version, die auf Deinem älteren Smartphone nicht mehr funktioniert. In dem Fall hilft nur ein Systemupdate oder ein neues Gerät.
So entsperrst Du den Zugang
- Gerät erneut hinzufügen – in vielen Banken genügt es, sich in der App anzumelden und die Registrierung des Smartphones erneut durchzuführen. Oft wird dafür noch ein SMS-Code abgefragt.
- App aktualisieren – häufig verschwindet das Problem nach dem Einspielen der neuesten Version. Banken liefern regelmäßig Updates mit Fehlerbehebungen.
- Hotline kontaktieren – wenn die App nicht reagiert, ist ein Anruf die beste Lösung. Ein Berater kann das Gerät entsperren oder neue Aktivierungsdaten zusenden. Halte Ausweis und Kundennummer bereit.
- Filiale aufsuchen – die Notlösung, vor allem wenn das Smartphone verloren gegangen ist und der Zugriff aus Sicherheitsgründen gesperrt werden soll.
- Alternative nutzen – solange die Mobilautorisierung nicht funktioniert, können Banken ersatzweise SMS-Codes oder telefonische Freigaben aktivieren. Damit bleibt Dein Konto trotzdem nutzbar.
Was gab es früher?
Vor 20–25 Jahren sah Banking ganz anders aus als heute. Das Internet steckte noch in den Kinderschuhen, und ein Online-Konto war fast schon Luxus. Die meisten Menschen bestätigten Überweisungen direkt am Schalter in der Filiale. Autorisierung bedeutete damals schlicht eine Unterschrift auf Papier.
Mit der Einführung des Online-Bankings stellte sich schnell die Frage: Wie kann sichergestellt werden, dass wirklich der Kontoinhaber die Überweisung am Computer auslöst?
Die ersten Lösungen waren einfach: Einmal-Passwort-Listen auf Papier. Man tippte das nächste Passwort der Liste ein – und die Überweisung wurde ausgeführt. Heute wirkt das altmodisch, damals war es ein Meilenstein in Richtung Online-Banking.
Dann kamen Hardware-Token. Kleine Geräte, die ständig wechselnde Codes generierten. Kundinnen und Kunden mussten diesen zusätzlichen „Gadget“ bei sich tragen, boten dafür aber mehr Sicherheit als Papierlisten.
Der Durchbruch folgte mit SMS-Codes. Mit dem Siegeszug der Mobiltelefone wurden sie rasch zum Standard. Banken mussten keine Geräte mehr ausgeben oder Passwortlisten drucken. Eine Nachricht kam in wenigen Sekunden – Code eintippen, fertig.
So lief es viele Jahre – bis Cyberkriminelle begannen, Telefonnummern zu übernehmen und SIM-Karten zu kopieren. Banken waren gezwungen, nach etwas Neuem zu suchen, das besser gegen Angriffe geschützt war. Damit hielt die Mobilautorisierung per App Einzug.
Heute gelten SMS eher als „Notlösung“. Die App ist zur Basis geworden. Ob das schon das Ende der Entwicklung ist? Wahrscheinlich nicht. Der nächste Schritt dürfte die Biometrie sein – Autorisierung über Gesicht, Stimme oder Fingerabdruck, ganz ohne Codes oder zusätzliche Klicks.
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