Inhalt
- Ist die BLIK-Zahlung sicher?
- Wie funktioniert BLIK? Und woher kommt es eigentlich?
- Kann ein BLIK-Code abgefangen oder geknackt werden?
- Wie schützt man sich? – Die goldene Regel: Nachdenken, bevor man klickt
- Und wie sieht es mit Bargeldabhebung per BLIK am Automaten aus? Sicher?
- Also – kann man BLIK vertrauen oder nicht?
Ist die BLIK-Zahlung sicher?
BLIK hat sich in Polen wie ein Sommersturm in den Alltag geschlichen – heftig, schnell, aber angenehm. Vor ein paar Jahren musste man an der Ladenkasse noch mühsam den Geldbeutel suchen, darin wie ein Archäologe nach der Karte graben, sie dem Verkäufer reichen, PIN eintippen … langweilig. Und heute? App öffnen, „BLIK“ antippen, sechsstelligen Code eingeben, bestätigen – fertig. Klick – bezahlt.
Keine Karte dabei? Kein Problem. Kein Bargeld? Auch egal. Man braucht nicht einmal mehr einen Geldbeutel. Ein Smartphone mit Banking-App reicht völlig aus. Fast wie Magie. Man fragt sich, wie viele Menschen, würde man sie 20 Jahre zurückschicken, erstmal große Schwierigkeiten hätten, ihren Alltag zu bewältigen?
Tanken? BLIK. Um kurz vor Mitternacht Pizza bestellen? BLIK. Geld an eine Freundin überweisen? Natürlich – BLIK.
Aber Moment – ist das nicht alles ein bisschen zu schön, um wirklich sicher zu sein? Kann jemand unseren Code ausspähen? Oder Zugriff auf unser Konto bekommen, wenn wir das Handy mal irgendwo liegen lassen? Und was ist mit all den Betrugsfällen, über die man ständig in den Medien liest?
Man hört immer öfter Sätze wie: „Jemand hat über BLIK mein Konto geplündert“, „Ein Betrüger hat sich als mein Bekannter ausgegeben“, „Ich habe auf einen Link geklickt – und das war ein Fehler“. Da wird einem schon ein wenig mulmig, oder?
Keine Panik. So schwarz-weiß ist das Ganze nicht. BLIK kann sicher sein – aber nur, wenn man weiß, wie man es richtig nutzt. Und wenn man sich nicht in Fallen locken lässt.
Also schauen wir mal genauer hin: Wie funktioniert BLIK eigentlich? Kann jemand unseren Code abfangen? Wie schützt man sich vor Betrug? Und was ist eigentlich sicherer – BLIK oder doch die gute alte Bankkarte?
Wie funktioniert BLIK? Und woher kommt es eigentlich?
BLIK ist eine polnische Erfindung. Der Dienst wurde 2015 ins Leben gerufen, also noch gar nicht so lange her. Dahinter stehen die größten Banken Polens, die sich zusammengeschlossen und gedacht haben: „Warum nicht einfach ohne Karte bezahlen?“ Und so entstand ein System, das heute fast jeder in Polen kennt.
Wie funktioniert das? Ganz einfach: Du öffnest die App Deiner Bank, tippst auf „BLIK“ und bekommst einen sechsstelligen Code angezeigt. Diesen gibst Du dann im Kartenterminal eines Geschäfts, auf einer Website oder im Geldautomaten ein. Du hast dafür zwei Minuten Zeit – danach verfällt der Code. Keine Sorge, wenn es nicht klappt: Du kannst jederzeit einen neuen Code generieren.
Aber Achtung: Der Code allein reicht nicht aus. Du musst die Zahlung zusätzlich in der App bestätigen – mit einem Klick auf „Ja“, „Bestätigen“ oder per Fingerabdruck. Ohne diese zweite Freigabe passiert gar nichts – wie bei einer Tür mit zwei Schlössern.
BLIK funktioniert in Polen übrigens auch für Handy-zu-Handy-Überweisungen. Du brauchst nicht einmal die Kontonummer Deiner Freundin – ihre Handynummer genügt. Betrag eingeben, Kontakt auswählen und abschicken!
Auch Geld abheben am Automaten ist möglich – ganz ohne Karte oder PIN. Einfach den Code in der App generieren, eingeben, bestätigen – und schon hast Du Bargeld. Perfekt, wenn die Geldbörse zu Hause liegt oder sich irgendwo zwischen den Autositzen versteckt hat.
Kann ein BLIK-Code abgefangen oder geknackt werden?
Ist es möglich, einen BLIK-Code abzufangen oder gar zu knacken? Theoretisch? Vielleicht – aber in der Praxis? Extrem unwahrscheinlich. In Polen ist bislang kein einziger solcher Fall bekannt. Man kann also sagen: Es ist praktisch unmöglich. Es wäre, als würde ein Scharfschütze versuchen, ein bereits abgefeuertes Projektil eines anderen Scharfschützen in der Luft zu treffen – und zwar nicht frontal, sondern quer von der Seite. Klingt spektakulär? Genau so unrealistisch ist ein erfolgreicher Code-Hack bei BLIK.
Und trotzdem hört man ab und zu von Betrugsfällen rund um BLIK. Also woran liegt's?
Wie bereits erwähnt: Der BLIK-Code besteht aus sechs Ziffern und ist nur zwei Minuten lang gültig. Danach verschwindet er – wie ein Traum nach dem Aufwachen. Und das Wichtigste: Der Code allein reicht nicht aus. Die Transaktion muss zusätzlich in der App bestätigt werden. Ohne diese Bestätigung? Nichts passiert. Ein Code ohne Freigabe ist wie ein Schlüssel ohne Schloss.
Kann man ihn also „abfangen“? In der Theorie vielleicht – denn es heißt ja, es gäbe keine 100% unknackbaren Systeme. Aber praktisch bringt das rein gar nichts. Ohne Dein Smartphone und die Bestätigung ist der Code wertlos.
Was ist mit dem Zufallsprinzip? Könnte jemand einen funktionierenden Code raten? Es gibt genau eine Million mögliche Kombinationen – von 000000 bis 999999. Und jede ist nur 120 Sekunden lang aktiv. Wer das schaffen will, braucht nicht nur unfassbares Glück, sondern müsste es auch in Rekordzeit eintippen.
Aber hier kommt das große „Aber“: Die meisten Angriffe auf BLIK basieren nicht auf Technik – sondern auf Psychologie. Die Betrüger „knacken“ nicht den Code, sondern den Menschen. Sie raten nicht wild herum, sie schreiben Dir einfach: „Hey, kannst Du mir kurz 50 zł leihen? Schick mir den BLIK-Code, ich geb’s Dir morgen zurück.“ Viele fallen darauf herein, weil sie denken, die Nachricht kommt von einem Freund. Der Trick läuft meist über soziale Netzwerke – Hacker übernehmen Accounts und schreiben dann im Namen der Opfer an deren Kontakte.
Fazit? Nein, das BLIK-System selbst ist nicht unsicher. Aber wenn man einem Fremden den Code gibt – liegt der Fehler nicht in der Technik. Sondern im Klick.
Wie schützt man sich? – Die goldene Regel: Nachdenken, bevor man klickt
Der beste Schutz? Gesunder Menschenverstand. Schick niemandem Deinen BLIK-Code – auch nicht, wenn das Profilbild aussieht wie Dein Cousin Thomas. Ruf lieber kurz an oder frag: „Was haben wir 2017 im Urlaub zusammen gegessen?“ Wenn die Antwort fehlt – ist es nicht Thomas.
Zweitens: Aktiviere immer eine Bildschirmsperre auf Deinem Smartphone – und zusätzlich einen PIN für die Banking-App. Wusstest Du, dass rund 30 % der Nutzer gar keinen Schutz für ihre App haben? Das ist, als würde man die Haustür offen lassen und ein Schild aufstellen: „Meine Ersparnisse liegen drinnen.“
Drittens: Klicke nicht blind auf jeden Link. Betrüger verschicken gefälschte SMS-Nachrichten – angeblich vom Paketdienst oder von der Bank. Der Link sieht echt aus, aber nach dem Klick installiert sich Malware – und schon ist der Zugang zum Bankkonto offen.
Und zuletzt: Logge Dich niemals über öffentliches WLAN in Deine Bank-App ein. Es besteht die Gefahr, dass jemand Deine Daten mitliest oder sogar abfängt. Und dann ist der ganze digitale Zauber dahin.
Und wie sieht es mit Bargeldabhebung per BLIK am Automaten aus? Sicher?
Ja! Und zwar sehr – solange Dir dabei niemand über die Schulter schaut. Denn obwohl BLIK Dir erlaubt, ohne Karte Bargeld abzuheben – was superpraktisch ist, wenn der Geldbeutel zu Hause liegt – sollte man dennoch vorsichtig sein. Betrüger könnten versuchen, an der Seite zu beobachten, in der Hoffnung, Deinen Code zu sehen und blitzschnell zu reagieren. Aber ist das überhaupt realistisch?
Technisch gesehen? Kaum machbar. Selbst wenn jemand den Code sieht, müsste er ihn in Sekundenschnelle an einen Komplizen bei einem anderen Geldautomaten weitergeben. Und Du? Du stehst immer noch vor Deinem Automaten und bekommst keinerlei Meldung, dass der Code bereits verwendet wurde. Um den Vorgang abzuschließen, müsstest Du auf Deinem Handy etwas bestätigen, das Du auf dem Bildschirm gar nicht siehst. Das wäre, als würdest Du „OK“ drücken, ohne zu wissen, was Du da eigentlich bestätigst. Und mal ehrlich – wer macht das?
Ehrlich gesagt: Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario ist nahezu null. Man müsste schon extremes Pech haben, um auf so etwas hereinzufallen. Das grenzt schon eher an Science-Fiction – oder ist so wahrscheinlich wie ein Lottogewinn. Oder wie unser Sniper-Beispiel von vorhin – nur dass die Kugel diesmal direkt auf ihn zufliegt und er ein bisschen mehr Zeit hat, sie zu treffen … aber immer noch kaum eine Chance.
Kurz gesagt: Die Bargeldabhebung mit BLIK ist sicher – solange Du achtsam bleibst und niemanden mitgucken lässt.
Also – kann man BLIK vertrauen oder nicht?
Vertrauen, ja – aber mit Verstand. BLIK ist sicher, aber keine magische Schutzblase. Betrugsfälle kommen vor – meist wegen unserer eigenen Leichtgläubigkeit. Deshalb gilt eine einfache Regel: Der BLIK-Code ist wie eine PIN – gib ihn niemals weiter.
Du willst mit BLIK bezahlen? Super! Es ist bequem und schnell. Aber bevor Du auf „Bestätigen“ klickst, frag Dich: Weißt Du wirklich, an wen und wofür Du bezahlst?
Die Sicherheit von BLIK hängt nicht nur von der Technik ab – sondern auch von Deinen Entscheidungen.


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