Inhalt
- Was ist Weißgold und wie wird es gekennzeichnet?
- Wie entsteht Weißgold – was ist das genau?
- Metalle, die bei der Herstellung von Weißgold verwendet werden
- Oberflächenbearbeitung von Weißgold – Rhodinierung
- Kennzeichnungen von Weißgold
- Bedeutung der Kennzeichnungen von Weißgold
- Wie man Weißgold von Silber unterscheidet
Was ist Weißgold und wie wird es gekennzeichnet?
Weißgold ist eine Legierung, die im Schmuckhandwerk weit verbreitet ist. In der Natur kommt es nicht als eigenständiges Metall vor – man findet es also nicht direkt in der Erde. Es wird aus klassischem Gold und anderen hellen Metallen hergestellt. Dazu gehören Nickel, Palladium, Silber oder Platin.
Die Zugabe dieser Metalle verleiht dem Gold einen hellen, silbrigen Farbton. Gleichzeitig erhöht sie die Härte und Widerstandsfähigkeit des Materials. Dadurch ist Weißgold besonders robust gegenüber alltäglicher Abnutzung.
Um zu verstehen, wie Weißgold entsteht, lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Schritte seiner Herstellung.
Wie entsteht Weißgold – was ist das genau?
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Weißgold als Antwort auf die Suche nach einem Ersatz für Platin entwickelt. Platin war damals teuer und schwer zu gewinnen. Das veranlasste Juweliere und Metallurgen, mit verschiedenen Metalllegierungen zu experimentieren. Das Ergebnis: Weißgold erwies sich als ideale Lösung.
Die gängigsten Weißgold-Legierungen enthalten:
- 75 % Gold (18 Karat Weißgold)
- 58,5 % Gold (14 Karat Weißgold)
- 37,5 % Gold (9 Karat Weißgold)
Der Herstellungsprozess besteht darin, reines Gold mit genau abgemessenen Mengen anderer Metalle zu verbinden. So entstehen die gewünschte Farbe und die entsprechenden physikalischen Eigenschaften.
Zunächst wird das reine Gold bei hoher Temperatur geschmolzen. Dann werden helle Metalle beigemischt – wie bereits erwähnt: Nickel, Palladium, Silber oder Platin. Das genaue Mischungsverhältnis hängt davon ab, welche Farbe, Härte und Beständigkeit das Endprodukt haben soll.
Metalle, die bei der Herstellung von Weißgold verwendet werden
Nickel
Nickel verleiht einen hellen Farbton sowie zusätzliche Härte und Festigkeit. Da es relativ günstig ist, macht es die Herstellung von Weißgold wirtschaftlicher. Allerdings kann Nickel allergische Reaktionen hervorrufen – es zählt zu den häufigsten Kontaktallergenen. Typische Symptome sind Juckreiz, Rötung und Hautausschlag. Deshalb verzichten immer mehr Schmuckhersteller auf Nickel und setzen stattdessen teurere, hautfreundlichere Metalle ein.
Palladium
Palladium verleiht der Legierung einen eleganten, silbrigen Farbton und ist hypoallergen – im Gegensatz zu Nickel verursacht es keine Hautreaktionen. Es ist zudem sehr widerstandsfähig gegen Kratzer und Korrosion, was die Langlebigkeit des Schmucks erhöht. Da Palladium von Natur aus weiß ist, entfällt oft das zusätzliche Rhodinieren. Der Nachteil: Palladium ist deutlich teurer als Nickel.
Platin
Platin sorgt nicht nur für einen silbrigen Farbton, sondern erhöht auch die Härte und Abriebfestigkeit. Es ist schwerer als die meisten anderen Metalle – Schmuckstücke werden dadurch massiver, jedoch nicht unangenehm schwer. Platin ist hypoallergen und äußerst widerstandsfähig gegen Kratzer und Korrosion. Da es zu den teuersten Edelmetallen gehört, steigt der Preis von Weißgold entsprechend deutlich.
Silber
Silber hellt die Goldlegierung auf und verbessert deren Verformbarkeit, was die Bearbeitung erleichtert. Es ist deutlich günstiger als andere helle Metalle, neigt jedoch zu Oxidation und Anlaufen. Der Kontakt mit Schwefelverbindungen in der Luft kann eine dunkle Schicht auf der Oberfläche bilden. Um Silber- oder silberhaltigen Schmuck in gutem Zustand zu halten, sind regelmäßige Pflege und Reinigung notwendig.

Oberflächenbearbeitung von Weißgold – Rhodinierung
Das endgültige Erscheinungsbild von Weißgold entsteht durch verschiedene Verfahren der Oberflächenbearbeitung. Nach dem Abkühlen und Formen wird das Schmuckstück poliert, um eine glatte, glänzende Oberfläche zu erhalten. Anschließend folgt häufig die Rhodinierung – dabei wird das Schmuckstück mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen. Rhodium gehört zur Platingruppe, verleiht dem Schmuck intensiven Glanz und erhöht die Kratzfestigkeit. Bei Weißgold mit Palladiumanteil ist eine Rhodinierung oft nicht erforderlich.
Obwohl eine Rhodiumschicht sehr langlebig ist, kann sie sich mit der Zeit abnutzen. In diesem Fall empfiehlt sich eine erneute Beschichtung, um den hellen, silbrig schimmernden Look zu bewahren. Juweliere raten meist zu einer Auffrischung alle 18 Monate. Wird das Schmuckstück sehr häufig getragen, kann dieser Zeitraum auf etwa 6 Monate verkürzt werden.
Doch ist so häufiges Nacharbeiten wirklich nötig? Nicht unbedingt. Entscheidend ist, ob das Weißgold seinen Glanz verloren hat. Nur weil 18 Monate vergangen sind, muss man nicht automatisch zum Juwelier gehen.
Kennzeichnungen von Weißgold
Feingehalt in Karat (K):
- 24 K: Reines Gold mit 99,9 % Goldanteil. Aufgrund seiner weichen Beschaffenheit wird es nur selten für Schmuck verwendet.
- 18 K: Enthält 75 % reines Gold, der Rest besteht aus einer Legierung mit anderen Metallen. Sehr beliebt bei Weißgold, da es ein gutes Verhältnis zwischen Goldgehalt und Härte bietet.
- 14 K: Enthält 58,5 % reines Gold. Wird häufig für Alltagsschmuck verwendet, da es robust und im Vergleich preisgünstiger ist.
- 9 K: Enthält 37,5 % reines Gold. In einigen Ländern geschätzt wegen seiner Haltbarkeit und des niedrigeren Preises im Vergleich zu höheren Legierungen. Schmuck mit 9 K ist besonders kratz- und stoßfest.
Feingehalt im Tausendstel-System:
- 999: Reines Gold, entspricht 24 K.
- 750: Enthält 75 % reines Gold, entspricht 18 K.
- 585: Enthält 58,5 % reines Gold, entspricht 14 K.
- 375: Enthält 37,5 % reines Gold, entspricht 9 K.
Bedeutung der Kennzeichnungen von Weißgold
Wert – Je höher der Feingehalt, desto größer der Anteil an reinem Gold und desto höher der Wert des Schmuckstücks. Schmuck mit höherem Feingehalt ist in der Regel teurer.
Haltbarkeit – Schmuck mit niedrigerem Feingehalt (z. B. 9 K oder 14 K) enthält mehr andere Metalle, was seine Härte und Kratzfestigkeit erhöht. Das ist besonders vorteilhaft für Schmuck, der täglich getragen wird.
Farbe – Der Anteil anderer Metalle in der Legierung beeinflusst den Farbton von Weißgold. Weißgold mit höherem Feingehalt (z. B. 18 K) kann leicht gelblich wirken, wenn es nicht rhodiniert ist. Eine Rhodinierung sorgt für einen perfekt weißen Farbton.
Wie man Weißgold von Silber unterscheidet
Für ein ungeübtes Auge kann die Unterscheidung schwierig sein, da beide Metalle einen hellen, silbrigen Glanz haben. Dennoch gibt es einige Merkmale, an denen man sie erkennen kann:
Farbe und Glanz: Weißgold wirkt oft etwas wärmer und kann ohne Rhodiumbeschichtung einen leicht gelblichen Unterton haben. Rhodiniertes Weißgold ist besonders glänzend und reflektierend. Silber hingegen hat einen eher kühlen, weiß-grauen Farbton und neigt schneller zum Anlaufen.
Feingehaltsstempel: Weißgold ist häufig mit Kennzeichnungen wie 333 (8 K), 375 (9 K), 500 (12 K), 585 (14 K), 750 (18 K), 960 (23 K) oder 999 (24 K) versehen. Silber trägt meist Stempel wie 925, 875, 830 oder 800.
Gewicht: Weißgold ist dichter und schwerer als Silber. Bei zwei gleich großen Schmuckstücken wird das Weißgoldstück spürbar mehr wiegen.
Härte und Beständigkeit: Weißgold ist härter und weniger anfällig für Kratzer und Verformungen. Silber ist weicher und kann leichter beschädigt werden.
Reaktion auf Umwelteinflüsse: Vor allem rhodiniertes Weißgold ist sehr beständig gegen Anlaufen und Korrosion. Silber reagiert hingegen schnell mit Schwefelverbindungen in der Luft, was zu dunklen Verfärbungen führt. Regelmäßige Reinigung ist daher notwendig.


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