Firmung und Geschenke
Du warst auf einer Firmung und fragst dich nun, ob dein Geldgeschenk vielleicht zu großzügig ausgefallen ist? Oder war es genau umgekehrt? Du hast gar nichts geschenkt und hast jetzt das Gefühl, dass das irgendwie unpassend war? Die gute Nachricht: Zur Firmung musst du keineswegs Geld verschenken. Daran ist überhaupt nichts ungewöhnlich.
Anders als bei einer Hochzeit oder der Erstkommunion gibt es keine festen Regeln für Geschenke oder bestimmte Beträge. Manche überreichen einen Umschlag mit Geld, andere entscheiden sich für ein kleines Präsent, wieder andere sprechen einfach ihre Glückwünsche aus und nehmen an der Feier teil.
Woher kommt also die Vorstellung, dass man zur Firmung etwas schenken sollte? Und welche Beträge landen tatsächlich am häufigsten im Umschlag? Genau darum geht es im Folgenden.
Die wichtigsten Informationen auf einen Blick
- Für die Firmung gibt es keine offiziellen Vorgaben zu Geschenken oder Geldbeträgen.
- Geschwister schenken häufig zwischen 20 und 50 Euro.
- Großeltern überreichen oft 50 bis 150 Euro.
- Onkel und Tanten entscheiden sich meist für 30 bis 100 Euro oder ein persönliches Geschenk.
- Ohne Geschenk zur Firmung zu erscheinen, gilt in Deutschland normalerweise nicht als unhöflich.
- Eine Bibel passt oft besser zum religiösen Charakter der Feier als ein Geldumschlag.
- Das Sakrament der Firmung wird in der heutigen Form nicht ausdrücklich in der Bibel beschrieben.
- Viele Christen vertreten die Ansicht, dass die Gaben des Heiligen Geistes nicht von der Teilnahme an der Firmung abhängig sind.
Wie viel Geld schenkt man zur Firmung?
Zunächst sollte man eines klarstellen: Die unten genannten Beträge sind keine festen Vorgaben. Es handelt sich lediglich um Größenordnungen, die in Familien, im Freundeskreis oder in Diskussionen im Internet häufig genannt werden. Man kann weniger schenken. Man kann mehr schenken. Man kann auch ganz auf ein Geldgeschenk verzichten.
- Eltern
Eltern überreichen ihrem Kind bei der Firmung nur selten einen Umschlag mit Geld. Häufiger finanzieren sie ein größeres Geschenk oder ein gemeinsames Familienessen. Wenn Geld verschenkt wird, bewegt sich der Betrag oft zwischen 50 und 300 Euro. In manchen Familien auch darüber.
- Bruder oder Schwester
Geschwister schenken meist zwischen 20 und 50 Euro. Dabei spielen Alter und finanzielle Möglichkeiten eine wichtige Rolle. Von einem Schüler oder einer Auszubildenden wird niemand hohe Beträge erwarten.
- Oma und Opa
Großeltern zählen oft zu den großzügigsten Gästen. In vielen Familien schenken sie zwischen 50 und 150 Euro. Teilweise fallen die Beträge höher aus, insbesondere wenn die Firmung für sie eine besondere religiöse Bedeutung hat.
- Onkel und Tante
Hier liegen die Geldgeschenke häufig zwischen 30 und 100 Euro. Manche entscheiden sich statt Bargeld für ein Präsent. Das kann eine Armbanduhr sein, ein Buch oder etwas, das zu den Interessen des Firmlings passt.
- Weitere Verwandte
Entferntere Verwandte schenken meist zwischen 10 und 50 Euro. Es kommt auch vor, dass sie lediglich Glückwünsche aussprechen und an der Feier teilnehmen. Das wird in Deutschland völlig normal wahrgenommen.
Muss man sich an diese Beträge halten? Nein. Die Firmung ist keine Hochzeit, bei der manche Gäste versuchen, den Wert von Geschenken miteinander zu vergleichen. Für die meisten Familien zählt deutlich mehr, gemeinsam an diesem besonderen Tag teilzunehmen, als der Inhalt eines Umschlags.
Was kann man zur Firmung statt eines Geldumschlags schenken?
Viele Gäste greifen bei einer Firmung automatisch zum Geldumschlag und betrachten das Thema damit als erledigt. Dabei lohnt sich ein kurzer Blick auf den eigentlichen Anlass. Schließlich ist die Firmung ein religiöses Ereignis und gilt zumindest im katholischen Glauben als einer der bedeutenden Schritte auf dem persönlichen Glaubensweg.
Umso bemerkenswerter ist, dass bei Firmungsfeiern häufig nahezu alles verschenkt wird – nur selten etwas, das direkt mit dem Glauben verbunden ist. Geld, Elektronik, Süßigkeiten oder Schmuck sind weit verbreitet. Eine Bibel dagegen landet vergleichsweise selten auf dem Gabentisch.
Interessanterweise lässt sich Ähnliches auch bei Taufen beobachten. Oft erhält ein Kind zahlreiche Geschenke, während niemand daran denkt, eine Bibel zu schenken.
Dabei ist die Auswahl heute deutlich größer als noch vor einigen Jahrzehnten. Niemand muss sofort zu einer umfangreichen Ausgabe mit kleiner Schrift greifen. In Buchhandlungen gibt es illustrierte Bibeln, Jugendbibeln und sogar Comic-Bibeln. Für viele Jugendliche ist ein solcher Einstieg deutlich einfacher und interessanter.
Manche werden einwenden, dass Jugendliche ein solches Geschenk vermutlich nicht lesen. Das mag durchaus vorkommen. Andererseits entsteht Interesse selten von selbst. Wer nie eine eigene Bibel besitzt, wird kaum Gelegenheit haben, darin zu lesen oder einzelne Stellen nachzuschlagen. Schließlich soll die Firmung den Glauben stärken und nicht ausschließlich Anlass für Geldgeschenke sein.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt. Viele Familien besitzen heute gar keine eigene Bibel mehr. Religiöses Wissen stammt häufig aus Gottesdiensten, Medien oder Gesprächen mit anderen Menschen. Der eigentliche Bibeltext rückt dabei oft in den Hintergrund.
Dabei bildet die Heilige Schrift die Grundlage des Christentums. Auch wer sie nicht vollständig liest, kann jederzeit selbst nachschauen, was tatsächlich darin steht und welche Aussagen überliefert wurden.
Deshalb kann eine Bibel – ob klassisch, illustriert oder speziell für Jugendliche gestaltet – ein besonders passendes Geschenk zur Firmung sein. Sie muss andere Geschenke nicht ersetzen. Oft genügt es, sie zusammen mit einer Glückwunschkarte zu überreichen. Eine solche Erinnerung bleibt häufig länger erhalten als ein Geldbetrag, an den sich nach wenigen Tagen kaum noch jemand erinnert.
Ist es unhöflich, zur Firmung ohne Geschenk zu erscheinen?
Nein. Ohne Geschenk zur Firmung zu kommen, gilt nicht als unhöflich.
Wenn du Geld schenken möchtest, kannst du das selbstverständlich tun. Wenn du lieber ein Geschenk auswählst, spricht ebenfalls nichts dagegen. Und wenn du gar nichts überreichst, ist das ebenfalls völlig in Ordnung.
Im Laufe der Jahre hat sich die Vorstellung entwickelt, dass zu jeder Familienfeier ein Geschenk oder ein Geldumschlag gehört. Viele Menschen betrachten das beinahe als Pflicht. Tatsächlich gibt es jedoch keine Regel, die so etwas verlangt. Die Firmung wurde nicht eingeführt, damit Jugendliche am Ende des Tages mit Geldgeschenken oder einer Sammlung von Präsenten nach Hause gehen. Ihr eigentlicher Sinn besteht darin, den Glauben zu stärken und die Zugehörigkeit zur Kirche bewusst zu bekräftigen. Zumindest aus religiöser Sicht steht genau das im Mittelpunkt.
Es lohnt sich daher, eine einfache Frage zu stellen: Was ist bei einer Firmung wichtiger – das Sakrament oder der Inhalt eines Umschlags? Für die meisten Menschen dürfte die Antwort klar sein. Wer die Firmung vor allem mit Geschenken verbindet, verliert leicht den eigentlichen Anlass aus dem Blick. Das bedeutet natürlich nicht, dass Geschenke etwas Negatives wären. Sie sollten lediglich nicht die wichtigste Rolle spielen.
Falls du kein Geld verschenken möchtest, kann eine Bibel eine interessante Alternative sein. Ob klassische Ausgabe oder Jugendbibel – ein solches Geschenk steht deutlich näher mit der Firmung in Verbindung als ein weiterer Geldumschlag.
Man kann sich auch für einen ganz anderen Weg entscheiden. Am Tag der Feier selbst nichts schenken und ein Geschenk erst später überreichen. Eine Woche später, einen Monat später oder zu einem anderen Anlass, etwa zum Geburtstag oder an Weihnachten.
Letztlich zählen die Erinnerung an diesen besonderen Tag und die Beziehung zum jungen Menschen weit mehr als die Frage, ob ein Geschenk exakt am Tag der Firmung überreicht wurde.

Die Firmung aus Sicht der Bibel
Für viele Menschen dürfte es überraschend sein, dass die Bibel keine Beschreibung der Firmung in der Form enthält, wie sie heute in der katholischen Kirche praktiziert wird. Es gibt weder eine mehrmonatige Vorbereitung noch ein Sakrament, das ausdrücklich als Firmung bezeichnet wird.
Häufig wird auf Bibelstellen verwiesen, in denen die Apostel Menschen die Hände auflegen. Auf diese Texte stützt die katholische Kirche ihre Lehre von der Firmung. Die Bibel sagt jedoch an keiner Stelle ausdrücklich, dass alle Christen einen solchen Ritus durchlaufen müssen.
Aus diesem Grund erkennen viele protestantische Kirchen die Firmung nicht als Sakrament an. Sie betrachten sie als eine spätere Auslegung der Kirche, die auf Traditionen beruht und nicht auf einem direkten biblischen Gebot.
Hier zeigt sich einer der größten Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten. Die katholische Kirche stützt ihre Lehre neben der Bibel auch auf die kirchliche Tradition. Protestanten legen dagegen besonderes Gewicht auf die Heilige Schrift. Was sich nicht eindeutig in der Bibel findet, wird in der Regel deutlich kritischer geprüft.
Woher stammt diese Sichtweise? Unter anderem aus der Geschichte. Es ist kein Geheimnis, dass die römisch-katholische Kirche als Institution über Jahrhunderte hinweg an Ereignissen beteiligt war, die aus Sicht vieler Christen im Widerspruch zur Botschaft Jesu stehen. Dazu zählen unter anderem Kreuzzüge, religiöse Verfolgungen, Ablasshandel, Machtkämpfe und religiös motivierte Konflikte. Aus diesem Grund kamen viele Christen zu dem Schluss, ihren Glauben in erster Linie auf die Bibel und nicht auf später entstandene kirchliche Traditionen zu gründen.
Manche weisen zudem darauf hin, dass sich verschiedene katholische Bräuche und Rituale über viele Jahrhunderte entwickelten, während sich das Christentum im Gebiet des ehemaligen Römischen Reiches ausbreitete. Dabei traf es auf unterschiedliche Kulturen und religiöse Traditionen. Kritiker vertreten die Auffassung, dass einzelne Elemente solcher Traditionen im Laufe der Zeit in kirchliche Praktiken übernommen wurden.
Und wie steht es mit den Gaben des Heiligen Geistes? Oft wird argumentiert, dass die Firmung gerade deshalb notwendig sei. Die Bibel sagt jedoch nicht, dass der Heilige Geist ausschließlich durch diesen Ritus wirkt. Viele Christen sind überzeugt, dass Gott seine Gaben jedem Gläubigen schenken kann – unabhängig davon, ob eine Firmung empfangen wurde oder nicht.
Für viele Menschen ist die Firmung ein wichtiger Bestandteil ihres Glaubens und ihrer Familientradition. Dennoch fällt es schwer, in der Bibel eine Stelle zu finden, die die Firmung als Voraussetzung für das Christsein vorschreibt. Wer nicht gefirmt wurde, ist daher nach Auffassung vieler Christen nicht automatisch weiter von Gott entfernt als jemand, der die Firmung empfangen hat.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Wie viel Geld schenkt man zur Firmung?
Üblich sind Geldgeschenke von einigen Dutzend bis hin zu mehreren hundert Euro. Die Höhe hängt vor allem vom Verwandtschaftsgrad und den finanziellen Möglichkeiten des Schenkenden ab.
Muss man zur Firmung ein Geschenk mitbringen?
Nein. Es gibt keine Verpflichtung, zur Firmung ein Geschenk oder Geld zu überreichen.
Ist es unhöflich, ohne Geschenk zur Firmung zu erscheinen?
Nein. Viele Familien legen deutlich mehr Wert auf die Teilnahme an der Feier als auf Geschenke.
Was kann man zur Firmung statt Geld schenken?
Beliebt sind Bibeln, christliche Bücher, Erinnerungsstücke oder Geschenke, die zu den Interessen des Firmlings passen.
Ist eine Bibel ein gutes Geschenk zur Firmung?
Ja. Viele Menschen betrachten die Bibel als ein Geschenk, das unmittelbar mit dem religiösen Charakter der Firmung verbunden ist.
Wird die Firmung in der Bibel beschrieben?
Die Bibel berichtet vom Handauflegen durch die Apostel, beschreibt jedoch nicht die Firmung in der Form, wie sie heute in der katholischen Kirche praktiziert wird.
Ist die Firmung für Christen verpflichtend?
In der Bibel findet sich keine Stelle, die alle Christen ausdrücklich zur Firmung verpflichtet.
Warum erkennen protestantische Kirchen die Firmung nicht als Sakrament an?
Viele protestantische Kirchen vertreten die Auffassung, dass die Firmung nicht ausdrücklich von Jesus eingesetzt wurde und auf späteren kirchlichen Traditionen beruht.
Kann man die Gaben des Heiligen Geistes auch ohne Firmung empfangen?
Viele Christen sind überzeugt, dass Gott seine Gaben Gläubigen unabhängig davon schenken kann, ob sie die Firmung empfangen haben oder nicht.
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