logo

Hilfe
Bruttopreis beim Auto

Netto- und Bruttopreise beim Autokauf

 

Wer ein Auto kaufen möchte, stößt schnell auf zwei verschiedene Preisangaben. In einem Autohaus steht ein Fahrzeug für 20.000 Euro netto, in einem anderen für 20.000 Euro brutto. Auf den ersten Blick sieht der Betrag identisch aus. Der Unterschied kann jedoch erheblich sein. Bei einem Mehrwertsteuersatz von 19 % beträgt die Differenz bis zu 3.800 Euro. Eine Summe, die die Kaufentscheidung durchaus beeinflussen kann.

Solche Preisangaben finden sich sowohl in Autohäusern als auch in Online-Inseraten. Was bedeuten sie genau? Wer sollte auf den Nettopreis achten und wer auf den Bruttopreis? Die Antwort ist nicht immer eindeutig, vor allem dann nicht, wenn das Fahrzeug gewerblich genutzt wird oder mit Differenzbesteuerung angeboten wird.

 

Wichtige Informationen

  • Der Bruttopreis enthält die Mehrwertsteuer, der Nettopreis dagegen nicht.
  • Ein Auto für 20.000 Euro netto kostet bei 19 % Mehrwertsteuer insgesamt 23.800 Euro brutto.
  • Privatkäufer achten beim Fahrzeugkauf meist auf den Bruttopreis.
  • Nettopreise finden sich häufig in Angeboten für Unternehmen und Selbstständige.
  • Bei einer regulären Mehrwertsteuer wird die Steuer auf der Rechnung separat ausgewiesen.
  • Bei der Differenzbesteuerung sieht der Käufer in der Regel nur den Endpreis des Fahrzeugs.
  • Um den Nettopreis aus dem Bruttopreis zu berechnen, wird der Betrag durch 1,19 geteilt.

 

Was ist der Netto- und Bruttopreis eines Autos?

Der Nettopreis eines Autos ist der Betrag ohne Mehrwertsteuer. Der Bruttopreis enthält die Mehrwertsteuer bereits und entspricht dem tatsächlichen Kaufpreis, der für ein Fahrzeug mit ausgewiesener Mehrwertsteuer bezahlt werden muss. Für viele Menschen wirkt der Unterschied zunächst gering. Bis sie die Zahlen sehen.

Ein Beispiel: Kostet ein Auto 20.000 Euro netto, liegt der Bruttopreis bei 23.800 Euro. Woher kommt dieser Unterschied? Auf den Nettopreis werden 19 % Mehrwertsteuer aufgeschlagen. Bei teureren Fahrzeugen entsteht dadurch schnell ein Betrag von mehreren Tausend Euro.

Für Privatkäufer ist in den meisten Fällen der Bruttopreis entscheidend. Er zeigt die gesamten Kosten des Fahrzeugs. Was bedeutet das konkret? Genau dieser Betrag erscheint auf der Rechnung als zu zahlende Endsumme.

Etwas anders sieht es bei Unternehmen und Selbstständigen aus. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Mehrwertsteuer ganz oder teilweise als Vorsteuer geltend gemacht werden. Deshalb achten viele Gewerbekunden beim Vergleich verschiedener Angebote zunächst auf den Nettopreis.

In Fahrzeuganzeigen finden sich beide Varianten. Nettopreise erscheinen besonders häufig bei Transportern, Leasingfahrzeugen oder Angeboten, die sich hauptsächlich an Geschäftskunden richten. Bei Fahrzeugen für Privatkäufer wird dagegen meist der Bruttopreis hervorgehoben, da er den tatsächlichen Kaufpreis widerspiegelt.

 

Zahlt eine Privatperson beim Autokauf immer den Bruttopreis?

In den meisten Fällen ja. Eine Privatperson kann keine Mehrwertsteuer geltend machen und interessiert sich daher vor allem für den Endpreis des Fahrzeugs. Genau das ist der Bruttopreis.

Wenn ein Autohaus einen Preis von 25.000 Euro netto angibt, kann ein Privatkäufer das Fahrzeug nicht zu diesem Betrag erwerben. Die Mehrwertsteuer kommt noch hinzu. Wie viel genau? Bei einem Steuersatz von 19 % steigt der Preis auf 29.750 Euro brutto. Der Unterschied ist deutlich sichtbar.

Es gibt allerdings Situationen, in denen die Sache etwas anders aussieht. Das betrifft unter anderem Gebrauchtwagen, die mit Differenzbesteuerung verkauft werden. In diesem Fall ist die Steuer bereits im Fahrzeugpreis enthalten und der Käufer sieht lediglich den Endpreis. Was bedeutet das? Es muss keine Mehrwertsteuer berechnet werden und es ist nicht ersichtlich, welcher Anteil des Kaufpreises auf die Steuer entfällt.

Grundsätzlich sollten Privatkäufer Fahrzeuge fast immer anhand des Bruttopreises vergleichen. Dadurch lässt sich schneller erkennen, wie viel ein Auto tatsächlich kostet. Ein Vergleich von Netto- und Bruttopreisen kann leicht zu falschen Einschätzungen führen, besonders wenn die Differenz mehrere Tausend Euro beträgt.

Manchmal wird in Anzeigen der Nettopreis größer dargestellt als der Bruttopreis. Darauf sollte man achten. Andernfalls wirkt ein Angebot günstiger, als es am Ende tatsächlich ist.

 

Warum geben manche Autohäuser Nettopreise und andere Bruttopreise an?

Die Art der Preisangabe hängt oft davon ab, an welche Zielgruppe sich ein Angebot richtet. Autohäuser, die überwiegend Unternehmen und Selbstständige ansprechen, zeigen häufig Nettopreise. Der Grund ist einfach. Für viele Gewerbekunden ist genau dieser Betrag die wichtigste Vergleichsgröße. Durch den möglichen Vorsteuerabzug können die tatsächlichen Kosten später niedriger ausfallen.

Anders sieht es bei Angeboten für Privatpersonen aus. Hier wird deutlich häufiger der Bruttopreis hervorgehoben. Er zeigt den vollständigen Kaufpreis des Fahrzeugs. Zusätzliche Berechnungen sind nicht nötig.

Es gibt noch einen weiteren Grund. Einen eher werblichen. Ein Nettopreis wirkt auf den ersten Blick oft attraktiver. Der Unterschied kann durchaus erheblich sein. Ein Auto mit einem Bruttopreis von 23.800 Euro kann gleichzeitig mit einem Nettopreis von 20.000 Euro beworben werden. Eine niedrigere Zahl fällt schneller ins Auge und wirkt häufig günstiger.

Deshalb erscheint in Online-Inseraten oder Werbeanzeigen manchmal zuerst der Nettopreis. Der Bruttopreis steht dann etwas kleiner oder an einer weniger auffälligen Stelle. Diese Darstellung ist grundsätzlich zulässig, beeinflusst aber die Wahrnehmung potenzieller Käufer.

Vor dem Vergleich mehrerer Fahrzeuge sollte deshalb immer geprüft werden, ob die Preise in derselben Form angegeben sind. Ein Auto kann günstiger erscheinen, obwohl lediglich der Nettopreis gezeigt wird, während bei einem anderen Fahrzeug bereits der vollständige Bruttopreis ausgewiesen ist.

Autokauf

 

Mehrwertsteuer 19 % und Differenzbesteuerung beim Autokauf

Beim Autokauf können zwei unterschiedliche Arten der Besteuerung auftreten: die reguläre Mehrwertsteuer von 19 % und die sogenannte Differenzbesteuerung. Beide betreffen die Umsatzsteuer, funktionieren jedoch nach unterschiedlichen Regeln.

Die reguläre Mehrwertsteuer von 19 % findet sich häufig bei Neuwagen sowie bei vielen Gebrauchtwagen, die von Unternehmen verkauft werden. In diesem Fall wird die Steuer auf den gesamten Fahrzeugwert berechnet. Deshalb sind in Angeboten oft sowohl der Nettopreis als auch der Bruttopreis angegeben.

Die Differenzbesteuerung wird hauptsächlich bei Gebrauchtwagen angewendet. Hier zahlt der Händler die Steuer nur auf seine Gewinnspanne, also auf die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis. Was bedeutet das für den Käufer? In der Regel sieht er lediglich einen Endpreis, ohne dass die Mehrwertsteuer separat ausgewiesen wird.

Am einfachsten lässt sich der Unterschied anhand eines Beispiels erklären.

Nehmen wir an, ein Händler bietet ein Fahrzeug für 20.000 Euro netto an. Auf diesen Betrag werden 19 % Mehrwertsteuer berechnet, also 3.800 Euro. Der endgültige Bruttopreis beträgt damit 23.800 Euro.

Bei der Differenzbesteuerung sieht die Rechnung anders aus. Ein Händler kauft ein Fahrzeug von einer Privatperson für 16.000 Euro und verkauft es anschließend für 20.000 Euro weiter. Sein Gewinn beträgt 4.000 Euro. Die Steuer wird nur auf diese Marge berechnet und nicht auf den gesamten Fahrzeugwert. Der Käufer sieht deshalb lediglich den Verkaufspreis von 20.000 Euro und bezahlt genau diesen Betrag. Auf einer Rechnung mit Differenzbesteuerung wird die Mehrwertsteuer nicht separat ausgewiesen, anders als bei einer Rechnung mit regulärer Mehrwertsteuer.

Für Privatkäufer zählt vor allem der Endpreis des Fahrzeugs. Unternehmen achten dagegen oft zusätzlich auf die Art der Rechnung. Bei Fahrzeugen mit ausgewiesener Mehrwertsteuer kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Vorsteuerabzug möglich sein. Bei einer Rechnung mit Differenzbesteuerung ist dies in der Regel nicht möglich.

Deshalb können zwei Fahrzeuge mit einem ähnlichen Verkaufspreis für einen Unternehmer und einen Privatkäufer einen ganz unterschiedlichen Wert haben.

 

Beispiele für den Autokauf anhand von Netto- und Bruttopreisen

Die Angabe der Mehrwertsteuer allein sagt wenig aus. Wirklich greifbar wird der Unterschied erst dann, wenn man die Zahlen auf einen konkreten Fahrzeugpreis anwendet.

Nehmen wir an, ein Autohaus bietet ein Fahrzeug für 16.000 Euro netto an. Was passiert dann? Nach Hinzurechnung von 19 % Mehrwertsteuer ergibt sich ein Bruttopreis von 19.040 Euro. Eine Privatperson würde genau diesen Betrag bezahlen.

Noch ein Beispiel. Ein Fahrzeug kostet 25.000 Euro netto. Nach Aufschlag der Mehrwertsteuer steigt der Endpreis auf 29.750 Euro brutto. Die Differenz beträgt 4.750 Euro. Mit diesem Betrag lassen sich bereits zusätzliche Ausstattungen, Winterräder oder ein Teil der Versicherungskosten finanzieren.

Zum Vergleich:

  • 10.000 Euro netto = 11.900 Euro brutto
  • 16.000 Euro netto = 19.040 Euro brutto
  • 20.000 Euro netto = 23.800 Euro brutto
  • 30.000 Euro netto = 35.700 Euro brutto

Je teurer ein Fahrzeug ist, desto größer wird der Unterschied zwischen Nettopreis und Bruttopreis. Es geht dabei nicht um ein paar Euro. Bei höherpreisigen Fahrzeugen summiert sich die Mehrwertsteuer schnell auf mehrere Tausend Euro.

Deshalb lohnt es sich, Angebote immer auf derselben Basis zu vergleichen. Ein Fahrzeug, das mit 20.000 Euro netto beworben wird, ist nicht automatisch günstiger als ein anderes Auto für 22.000 Euro brutto. Tatsächlich kostet das erste Fahrzeug nach Hinzurechnung der Mehrwertsteuer 23.800 Euro und liegt damit über dem zweiten Angebot.

Wer den Nettopreis eines Fahrzeugs kennt, kann den Bruttopreis leicht selbst berechnen. Dafür wird der Nettobetrag mit 1,19 multipliziert. Ein Auto für 20.000 Euro netto kostet somit 23.800 Euro brutto.

Formel zur Berechnung des Bruttopreises:

  • Bruttopreis = Nettopreis x 1,19

Die Berechnung funktioniert auch umgekehrt. Ist nur der Bruttopreis bekannt, wird dieser durch 1,19 geteilt. Kostet ein Fahrzeug 23.800 Euro brutto, ergibt sich daraus ein Nettopreis von 20.000 Euro.

Formel zur Berechnung des Nettopreises:

  • Nettopreis = Bruttopreis ÷ 1,19

Mit diesen einfachen Formeln lässt sich der Unterschied zwischen Nettopreis und Bruttopreis schnell nachvollziehen. Gleichzeitig werden Preisvergleiche zwischen verschiedenen Fahrzeugangeboten deutlich einfacher.

 

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet der Bruttopreis eines Autos?
Der Bruttopreis ist der vollständige Kaufpreis eines Fahrzeugs inklusive Mehrwertsteuer.

Was bedeutet der Nettopreis eines Autos?
Der Nettopreis entspricht dem Fahrzeugwert ohne Mehrwertsteuer.

Wie berechnet man den Bruttopreis eines Autos aus dem Nettopreis?
Dazu wird der Nettopreis mit 1,19 multipliziert, wenn die reguläre deutsche Mehrwertsteuer von 19 % gilt.

Wie berechnet man den Nettopreis eines Autos aus dem Bruttopreis?
Der Bruttopreis wird durch 1,19 geteilt, um den Nettopreis zu erhalten.

Kauft eine Privatperson ein Auto zum Nettopreis?
Nein. Privatkäufer zahlen den Bruttopreis, also den Endbetrag inklusive Mehrwertsteuer.

Warum geben manche Autohäuser Nettopreise an?
Viele Angebote richten sich an Unternehmen und Selbstständige, die Fahrzeuge anhand des Nettopreises vergleichen.

Was ist der Unterschied zwischen 19 % Mehrwertsteuer und Differenzbesteuerung beim Autokauf?
Bei der regulären Mehrwertsteuer wird die Steuer auf den gesamten Fahrzeugwert berechnet. Bei der Differenzbesteuerung nur auf die Gewinnspanne des Händlers.

Wird die Mehrwertsteuer bei einer Rechnung mit Differenzbesteuerung ausgewiesen?
Nein. Bei der Differenzbesteuerung erscheint die Mehrwertsteuer nicht als eigener Posten auf der Rechnung.

Ist ein Auto mit Differenzbesteuerung günstiger als ein Fahrzeug mit ausgewiesener Mehrwertsteuer?
Nicht unbedingt. Der tatsächliche Kaufpreis hängt vom Fahrzeug, dem Zustand und den Verkaufsbedingungen ab, nicht allein von der Art der Besteuerung.

Kommentar schreiben

Gast

Senden

Hilfe