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title: Warum vergleichen wir uns finanziell mit anderen?
description: Warum vergleichen wir Gehälter und Vermögen? Entdecke, was Neid, Anerkennung und Selbstwertgefühl mit finanziellen Vergleichen zu tun haben.
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# Warum vergleichen wir uns finanziell mit anderen?

**Details**
: Geschrieben von: [Sebastian - Finbizwelt](https://finbizwelt.de/finbizwelt)
: Kategorie: [Lockere Themen](https://finbizwelt.de/ratgeber/lockere-themen)

![Warum vergleichen wir uns finanziell mit anderen](https://finbizwelt.de/images/lu-Menschen/25/vergleichen.jpg)

## Über den Vergleich mit anderen



 



Menschen vergleichen Gehälter und Wohnungen, obwohl sie nur einen Ausschnitt fremder Lebenssituationen sehen. Einige verspüren dabei Neid. Andere bekommen plötzlich einen Ehrgeizschub. Jemand verdient mehr? Sofort möchten wir wissen, wie viel – und weshalb. Solche Vergleiche können helfen, die eigene Position einzuordnen. Häufig führen sie jedoch zu vorschnellen Urteilen. Das Geld dient dann nicht mehr dem Menschen. Es wird zum Maßstab für seinen Wert... und das ist eine äußerst gefährliche Verschiebung.


 

 



### Die wichtigsten Informationen im Überblick



- Einkommen ist nicht dasselbe wie Vermögen – auch bestehende Schulden müssen berücksichtigt werden.
- Beschäftigte mit Gehältern unterhalb des Medians waren nach Offenlegung der Gehälter unzufriedener mit ihrer Arbeit.
- Eine Studie mit 1.109 Personen stellte einen Zusammenhang zwischen sozialen Medien und finanziellen Vergleichen fest.
- Die arme Witwe spendete nur zwei Münzen, doch Jesus bewertete gerade ihre Gabe am höchsten.
- Zwangsarbeit erzeugt jährlich illegale Gewinne von etwa 236 Milliarden US-Dollar.



 



## Was sind Finanzen überhaupt?



Kurz gesagt: **Finanzen beschreiben den Umgang mit Geld und den vorhandenen Ressourcen**. Sie betreffen Privatpersonen und Unternehmen. Ebenso gehören Fonds oder Staaten dazu. Hier stehen vor allem die persönlichen Finanzen im Mittelpunkt.



Persönliche Finanzen beschränken sich nicht auf die Höhe des monatlichen Gehalts. Auch die Ausgaben zählen. Ersparnisse und finanzielle Verpflichtungen sind ebenfalls wichtig. Eine weitere Rolle spielt das bereits aufgebaute Vermögen.



Du verdienst monatlich 4.000 Euro netto? Diese Zahl allein sagt noch nicht viel aus. Vielleicht gibst Du fast Dein gesamtes Gehalt aus. Möglicherweise zahlst Du gleichzeitig mehrere teure Kredite ab. Auf einem Foto ist davon nichts zu sehen.



Jemand verdient 2.500 Euro netto und legt monatlich 400 Euro zurück. Eine andere Person erhält doppelt so viel, gibt aber alles aus. Wer steht finanziell besser da? Ohne weitere Informationen lässt sich das nicht fair beurteilen.



**Einkommen ist nicht dasselbe wie Vermögen**. Diese Unterscheidung ist besonders wichtig. Das Einkommen zeigt, wie viel Geld innerhalb eines bestimmten Zeitraums zufließt. Das Vermögen ergibt sich aus den vorhandenen Werten abzüglich aller Verbindlichkeiten.



Deshalb kann ein teures Auto beim Betrachter einen falschen Eindruck erzeugen. Vielleicht wurde der Wagen bar bezahlt. Er kann aber auch der Bank oder einer Leasinggesellschaft gehören. Ein schönes Haus erzählt ebenfalls nicht die gesamte Geschichte seines Besitzers.



Es kann auch ganz anders sein.



Eine unscheinbare Wohnung kann jemandem gehören, der keinen Kredit mehr abbezahlt. Diese Person veröffentlicht keine Fotos von Fernreisen. Sie besitzt jedoch genug Ersparnisse für mehrere Monate ohne Einkommen. Ist sie ärmer als jemand mit einem neuen Auto? Nicht unbedingt.



**Finanzen bedeuten auch, unerwartete Ausgaben bewältigen zu können**. Eine kaputte Waschmaschine kann das Haushaltsbudget ins Wanken bringen. Für eine Familie bleibt sie nur ein Ärgernis. Für eine andere wird sie zum Beginn einer Verschuldung.



Auch das Gefühl finanzieller Sicherheit spielt eine Rolle. Ein Mensch kann ein hohes Einkommen haben und dennoch ständig Angst vor morgen verspüren. Eine weniger wohlhabende Person kann ihren Haushalt dagegen sehr gut kontrollieren. Die Zahl im Arbeitsvertrag entscheidet daher nicht über alles.



So verstandenes **finanzielles Wohlbefinden** umfasst mehr als den aktuellen Kontostand. Entscheidend ist auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber finanziellen Belastungen. Ebenso wichtig bleibt die Möglichkeit, eigene Ziele zu verwirklichen.



Das Problem beginnt, wenn dieses Gesamtbild verschwindet. Ein Mensch sieht das Gehalt eines anderen, übersieht aber dessen Schulden. Er betrachtet das neue Haus, kennt jedoch die monatliche Kreditrate nicht. Dann sieht er noch ein Urlaubsfoto... und ergänzt den Rest in Gedanken.



So werden keine zwei finanziellen Situationen miteinander verglichen. Der eigene Alltag trifft auf das sorgfältig ausgewählte Bild eines anderen Menschen. Dieser Vergleich ist von Anfang an unfair.



![Ein Ehepaar, das sich mit anderen vergleicht](https://finbizwelt.de/images/lu-Menschen/25/Finanzen.jpg)



 



## Woher kommt das Bedürfnis, das eigene Gehalt mit anderen zu vergleichen?



Dafür gibt es viele Gründe. Mehrere können gleichzeitig wirken. Nicht jeder Vergleich entsteht aus Neid. Harmlos ist er allerdings auch nicht immer.



- **Ein eigener Maßstab fehlt.** Ohne einen Bezugspunkt lässt sich das Gehalt nur schwer beurteilen. Deshalb betrachtet man die Einkommen von Menschen mit einer ähnlichen Tätigkeit. Eine solche Analyse kann eine zu niedrige Bezahlung sichtbar machen. Sie kann aber auch unnötige Konkurrenz auslösen.
- **Das Gerechtigkeitsempfinden wird verletzt.** Jemand erfüllt dieselben Aufgaben, erhält aber deutlich mehr Geld. Ärger entsteht... und die Frage nach der Ursache. Der Unterschied kann durch größere Erfahrung gerechtfertigt sein. Manchmal zeigt er jedoch, dass ein Beschäftigter ausgenutzt wird.



Untersuchungen unter Beschäftigten zeigen deutliche Reaktionen auf offengelegte Gehälter. Wer unterhalb des mittleren Gehalts verdient, ist mit seiner Arbeit weniger zufrieden. Auch die Bereitschaft zur Suche nach einer neuen Stelle wächst. Bei besser bezahlten Beschäftigten lässt sich meist keine vergleichbare Veränderung feststellen.



- **Die eigene Position soll bestimmt werden.** Geld ist zu einem gesellschaftlichen Maßstab für Erfolg geworden. Dieser Maßstab ist leicht verständlich, aber sehr oberflächlich. Zwei Gehälter lassen sich schneller vergleichen als zwei Lebensgeschichten.



Ein Mensch fragt sich dann: "Wo stehe ich im Vergleich zu anderen?". Die Antwort vermittelt ihm das Gefühl eines Vorsprungs oder Rückstands. Manchmal sucht er vor allem nach dem eigenen Vorsprung.



- **Die Angst, zurückzubleiben.** Ein Bekannter hat eine Wohnung gekauft. Eine Kollegin fährt plötzlich ein anderes Auto. Im Kopf erscheint der Gedanke: "Bin ich im Leben ins Hintertreffen geraten?".



Wir kennen jedoch die Finanzierung des Kaufs nicht. Ebenso wenig wissen wir, wer tatsächlich dafür bezahlt hat. Die Fantasie ergänzt fehlende Informationen sehr schnell. Meist zu unserem eigenen Nachteil.



- **Die Suche nach finanzieller Sicherheit.** Fremde Gehälter werden manchmal wie eine Orientierungskarte genutzt. Sie zeigen, welches Einkommen in einem bestimmten Beruf möglich ist. Dadurch lassen sich auch neue berufliche Möglichkeiten entdecken.



Ein solcher Vergleich kann hilfreich sein. Unter einer Bedingung: Die betrachteten Situationen müssen wirklich vergleichbar sein. Die reine Summe reicht nicht aus.



- **Ehrgeiz und der Wunsch nach Verbesserung.** Der Erfolg eines anderen Menschen kann einen Anstoß geben. Plötzlich erscheint ein Ziel erreichbar. Jemand sucht dann eine besser bezahlte Stelle oder entwickelt seine Fähigkeiten weiter.



Ein Vergleich muss hier keinen Schaden anrichten. Er kann sogar anspornen.



Die Grenze bleibt jedoch schmal. Gesunder Ehrgeiz richtet sich auf die eigene Entwicklung. Wer nur den Nachbarn übertreffen will, füttert dagegen das eigene Ego.



- **Ein geringes Selbstwertgefühl.** Ein unsicherer Mensch sucht Bestätigung außerhalb seiner selbst. Das Gehalt wird dann zum Beweisstück. Ein teurerer Kauf soll die eigene Überlegenheit zeigen.



Doch wem eigentlich?



Anderen Menschen oder vielleicht sich selbst? Dieser Mechanismus vermittelt keine dauerhafte Sicherheit. Es wird immer jemanden geben, der mehr besitzt. Entscheidend bleibt daher auch der Platz, den wir uns selbst innerhalb der Gesellschaft zuschreiben.



- **Erziehung und Elternhaus.** Ein Kind beobachtet, wie Erwachsene über Geld sprechen. Es hört, wer angeblich "etwas aus seinem Leben gemacht hat". Ebenso sieht es, wen die Erwachsenen als Versager betrachten.



So entwickelt sich ein bestimmtes Denkmuster. Später wird der Wert anderer Menschen vielleicht an ihrem Vermögen gemessen. Die betroffene Person bemerkt womöglich nicht einmal, wann dieses Denken begonnen hat.



- **Der Vergleich mit Bekannten.** Ein Millionär aus dem Fernsehen bleibt weit entfernt. Ein ehemaliger Schulfreund ist wesentlich näher. Schließlich hattet Ihr einmal ähnliche Ausgangsbedingungen.



Er wurde befördert. Du verdienst noch immer dasselbe. Dieses Bild kann mehr schmerzen als das Vermögen eines unbekannten Milliardärs. Frühere Bekannte werden zu einem besonders starken Bezugspunkt. Ihre Situation beeinflusst die Bewertung des eigenen Lebens.



- **Soziale Medien.** Hier bekommen finanzielle Vergleiche eine riesige Bühne. Du siehst ausgewählte Reisen und kostspielige Einkäufe. Den Saldo der Kreditkarte siehst Du nicht.



Jemand zeigt die Übergabe seines neuen Autos. Die Finanzierung über sechs Jahre bleibt unerwähnt. Das Foto wirkt beeindruckend... das vollständige Bild wäre es vielleicht nicht mehr.



Eine Studie mit 1.109 jungen Nutzern zeigte einen deutlichen Zusammenhang. Untersucht wurden die intensive Nutzung sozialer Netzwerke und finanzielle Vergleiche. Diese Vergleiche standen außerdem mit Materialismus in Verbindung. Materialismus wurde wiederum mit zwanghaftem Kaufverhalten verknüpft. Die Ergebnisse erschienen im „Journal of Marketing Theory and Practice“ (Link am Ende des Artikels).



- **Das Bedürfnis nach Anerkennung.** Manche Menschen möchten Bewunderung auslösen. Geld hilft ihnen, ein sichtbares Bild des Erfolgs aufzubauen. Danach prüfen sie, ob andere weiterhin unter ihnen stehen.



Das ist keine harmlose Neugier mehr. Der andere Mensch wird bei diesem Vergleich zur bloßen Kulisse. Er soll die vermeintliche Besonderheit seines Gegenübers bestätigen.



- **Einfache Neugier.** Ja, auch sie spielt eine Rolle. Menschen interessieren sich für das Leben anderer. Sie fragen nach Beruf und Immobilienpreisen. Auch die Höhe fremder Gehälter weckt Interesse.



Neugier allein muss niemanden verletzen. Das Problem entsteht beim vorschnellen Urteilen. "Er hat weniger, also ist er schlechter" – hier beginnt der moralische Verfall.



**Finanzielle Vergleiche** haben somit viele Ursachen. Sie können informieren oder motivieren. Ebenso können sie Neid und Überlegenheitsgefühle nähren. Gerade diese zweite Seite verdient eine wesentlich schärfere Betrachtung.



![Eine Frau prüft die finanzielle Situation anderer](https://finbizwelt.de/images/lu-Menschen/25/Sparkonto.jpg)



 



## Was steckt hinter finanziellen Vergleichen – Minderwertigkeitskomplexe, Eitelkeit oder etwas anderes?



**Ist jeder finanzielle Vergleich ein Zeichen für Minderwertigkeitskomplexe?** Nein. Manchmal versucht jemand lediglich, die eigene Lage einzuordnen. Ein Vergleich kann außerdem ungerechte Gehaltsunterschiede sichtbar machen. Das eigentliche Problem liegt an anderer Stelle.



Der Geldbeutel anderer Menschen dient plötzlich zur Steigerung des eigenen Wertes. Jemand fragt nicht mehr, ob er gut mit seinem Geld umgeht. Er fragt, ob er mehr besitzt als sein Nachbar. **Dann wird der Vergleich zur Nahrung für das Ego. Hinter demonstrativem Reichtum können sich Minderwertigkeitsgefühle verbergen.** Das trifft jedoch nicht auf jeden Menschen zu. Manchmal steckt ein geringes Selbstwertgefühl dahinter. In anderen Fällen ist es gewöhnliche Eitelkeit.



Jemand kauft etwas, das er eigentlich nicht benötigt. Hauptsache, andere bemerken es. Er zeigt den Preis, die Marke oder die Größe seines Hauses. Danach wartet er auf Bewunderung.



Bleibt sie aus, folgt die Enttäuschung.



Ist ein solcher Mensch wirklich selbstbewusst? Eher hängt er von den Reaktionen seines Umfelds ab. Sein Wohlbefinden benötigt ein Publikum. Außerdem braucht er jemanden, neben dem er besser dasteht.



**Eitelkeit ist eine tragische menschliche Eigenschaft.** Sie hat Menschen schon oft in den finanziellen und moralischen Niedergang geführt. Wer beeindrucken möchte, überschreitet schnell seine Möglichkeiten. Er nimmt einen Kredit auf, nur um Eindruck zu machen. Nach außen gibt er sich reicher, als er tatsächlich ist.



Doch die Verschuldung bildet nur einen Teil des Problems. Noch schlimmer ist oft die Verachtung gegenüber anderen Menschen.



*"Ich habe mehr, also bin ich besser."* So denkt ein eitler Mensch. Vielleicht spricht er diesen Gedanken niemals aus. Er zeigt ihn jedoch durch sein Verhalten oder eine herablassende Bemerkung. Mitunter reicht bereits ein abwertender Blick.



Krankhafte Eitelkeit zerstört den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie macht den Nachbarn zum Rivalen. Ein Freund wird zum Zuschauer einer fremden Inszenierung. Der ärmere Mensch erhält die Rolle des Verlierers.



Das ist ein ausgesprochen primitiver Maßstab.



Geld beweist keine Ehrlichkeit. Es misst weder Güte noch Mut. Ebenso wenig zeigt es, wer einem anderen Menschen geholfen hat. Ein Bankkonto erfasst Zahlen, nicht den moralischen Wert seines Besitzers.



Wenn mehr Menschen biblische Grundsätze beherzigten, gäbe es deutlich weniger solcher Urteile. Die Bibel stellt menschliche Rangordnungen mehrfach auf den Kopf. Ein hoher Status verleiht dort keine automatische Überlegenheit.



Ein gutes Beispiel liefert **die arme Witwe im Markusevangelium**. Jesus beobachtete Menschen, die Geld in den Opferkasten des Tempels legten. Wohlhabende Personen spendeten große Summen. Die Witwe gab lediglich zwei kleine Münzen.



Nach einem gewöhnlichen Zahlenvergleich hätte sie verloren. Ihre Gabe wirkte neben den Spenden der Reichen verschwindend klein. Jesus beurteilte sie jedoch vollkommen anders. Er sagte, sie habe mehr gegeben als alle anderen.



**Warum?**



Die Wohlhabenden gaben einen Teil ihres Überschusses. Sie gab alles, was ihr zum Leben geblieben war. Die Zahl der Münzen war klein. Der Wert ihrer Handlung war dagegen gewaltig.



Diese Begebenheit steht im Markusevangelium 12,41–44. Sie widerspricht der oberflächlichen Bewertung eines Menschen anhand einer Geldsumme. Zugleich zeigt sie, wie wenig ein zufälliger Beobachter tatsächlich erkennt.



Ein Reicher könnte die Witwe übersehen, wenn er ausschließlich auf die Summe blickt. Jesus erkannte ihre Opferbereitschaft. Eine öffentliche Zurschaustellung des Reichtums beeindruckte ihn nicht. Er bemerkte eine Person, die für die Menge beinahe unsichtbar blieb.



Hier lohnt sich eine kurze Pause...



**Ein Mensch kann ein gewaltiges Vermögen und zugleich einen miserablen Charakter besitzen.** Er kann in einem teuren Haus wohnen und Schwächere verachten. Ein anderer verdient wenig, bleibt aber ein wertvoller Mensch.



Nicht jedes Vermögen entstand durch ehrliche Arbeit. Manche Vermögen wurden durch Ausbeutung aufgebaut. Andere wuchsen durch Betrug oder Diebstahl. Wieder andere entstanden durch die rücksichtslose Ausnutzung menschlicher Schwäche.



Das ist keine pauschale Anschuldigung gegen wohlhabende Menschen. Viele haben ihr Vermögen auf ehrliche Weise erworben. Sie gründeten Unternehmen und arbeiteten viel. Außerdem waren sie bereit, finanzielle Risiken einzugehen. Ihr Erfolg verdient keine Verurteilung.



Zu verurteilen ist dagegen die Bereicherung durch das Leid anderer.



Sie gehört keineswegs nur zu einem dunklen Kapitel der Vergangenheit. Die Internationale Arbeitsorganisation veröffentlichte 2024 alarmierende Schätzungen. **Zwangsarbeit erzeugt jährlich illegale Gewinne von 236 Milliarden US-Dollar** (Link am Ende des Artikels). Dieses Geld entsteht durch Zwang und die Ausbeutung von Menschen.



Also ja... ein Teil großer Vermögen stammt aus ausgesprochen schmutzigen Quellen. **Die Größe eines Vermögens beweist keine menschliche Größe. Manchmal beweist sie lediglich Rücksichtslosigkeit.**



Wer sich auf Kosten anderer bereichert hat, sollte besondere Demut zeigen. Er hat keinerlei Grundlage, Menschen mit weniger Besitz auszulachen. Ebenso wenig darf er sich selbst als Maßstab menschlichen Wertes darstellen.



Und falls er trotzdem die Frechheit besitzt, sich mit Ärmeren zu vergleichen? Sein Verhalten ist abscheulich. Er sollte gründlich über seinen eigenen Charakter nachdenken.



Womit möchte er eigentlich angeben? Mit seiner Fähigkeit, Schwächere auszunutzen? Mit fehlenden Skrupeln? Durch fremdes Leid erworbenes Vermögen macht seinen Besitzer nicht zu einem besseren Menschen.



Es ist ein moralisches Versagen.



Ebenso abstoßend ist die Verachtung eines Menschen, der sein Geld ehrlich verdient hat. Ein redlich erworbenes Einkommen berechtigt niemanden zur Erniedrigung anderer. **Finanzieller Erfolg kann Fähigkeiten erkennen lassen. Er verleiht einem Menschen jedoch keinen höheren Wert.**



Ist eine ärmere Person weniger wert? Nein. Vielleicht ist sie erkrankt oder hat ihre Arbeitsstelle verloren. Möglicherweise pflegt sie einen nahestehenden Menschen. Vielleicht hat sie auch einen gesellschaftlich wichtigen, aber schlecht bezahlten Beruf gewählt.



Ein eitler Mensch möchte das nicht wissen. Das vollständige Bild würde seine vermeintliche Überlegenheit stören. Leichter ist es, ein altes Auto zu sehen und sofort zu urteilen.



Eine solche Bewertung sagt mehr über den Urteilenden aus. Sie offenbart die Kleinlichkeit hinter teuren Gegenständen. Ebenso zeigt sie das verzweifelte Bedürfnis, über jemand anderem zu stehen.



Die eigenen Finanzen sollte man anhand der persönlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten bewerten. Geld kann das Leben erleichtern, erhöht aber nicht den menschlichen Wert. Wer das vergisst, kann viel besitzen und innerlich trotzdem arm bleiben.



 



## FAQ – häufig gestellte Fragen



**Warum vergleichen Menschen ihr Gehalt mit dem Einkommen anderer?**
Vergleiche helfen dabei, die eigene finanzielle Position einzuordnen. Sie können auch aus Neid, Ehrgeiz oder dem Wunsch nach Anerkennung entstehen.



**Entstehen finanzielle Vergleiche immer durch ein geringes Selbstwertgefühl?**
Nein, manchmal helfen sie bei der Einschätzung des üblichen Gehalts oder zeigen Ungerechtigkeiten. Problematisch wird es, wenn der eigene Wert auf Kosten anderer gesteigert wird.



**Bedeutet ein hohes Einkommen automatisch eine gute finanzielle Situation?**
Nicht immer. Ein hohes Einkommen kann mit großen Ausgaben, Kreditraten und fehlenden Ersparnissen verbunden sein.



**Wie beeinflussen soziale Medien finanzielle Vergleiche?**
Sie zeigen ausgewählte Käufe und Reisen, verbergen jedoch meist bestehende Schulden. Nutzer vergleichen ihr eigenes Leben dadurch mit einem unvollständigen Bild.



**Sollte man das eigene Gehalt mit dem Einkommen von Kollegen vergleichen?**
Ein solcher Vergleich kann ungerechte Gehaltsunterschiede sichtbar machen. Dabei müssen jedoch Aufgabenbereich und Berufserfahrung der einzelnen Personen berücksichtigt werden.



**Wann werden finanzielle Vergleiche schädlich?**
Sie werden schädlich, wenn sie Verachtung, Neid oder unnötige Verschuldung auslösen. Besonders gefährlich ist der Wunsch, die eigene Überlegenheit beweisen zu müssen.



**Kann Eitelkeit finanzielle Probleme verursachen?**
Ja, denn der Wunsch zu beeindrucken fördert Ausgaben über die eigenen Möglichkeiten hinaus. Käufe zur Selbstdarstellung vermitteln kein dauerhaftes Selbstvertrauen.



**Was lehrt die Geschichte der armen Witwe über die Beurteilung von Menschen?**
Sie zeigt, dass eine Geldsumme weder den Wert eines Menschen noch seiner Handlung bestimmt. Jesus erkannte eine Opferbereitschaft, die der Menge möglicherweise verborgen blieb.



 



**Quellen**



^https://www.researchgate.net/publication/350945995_Heavy_social_networking_and_online_compulsive_buying_the_mediating_role_of_financial_social_comparison_and_materialism^
^https://www.ilo.org/resource/news/annual-profits-forced-labour-amount-us-236-billion-ilo-report-finds^



 



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: Erstellt: 16. September 2026
